Derby-Sieg bringt zweiten Tabellenplatz

HVH Kamenz vs. HSV 1923 Pulsnitz II 31:29 (16:14)

Zweiter Spieltag, zweites Heimspiel, zweiter Sieg, zweiter Platz.

Bevor es im Derby gegen die Pulsnitzer Reserve zur Sache ging, standen erst einmal drei Prämierungen auf dem Programm: HVH-Präsident Robby Tenne und Schiedsrichter Uwe Mager wurden mit Ehrennadeln des Sächsischen Handball-Verbandes ausgezeichnet, und Routinier Pascal Freudenberg für seinen 40. Geburtstag geehrt, den er auf dem Parkett der Halle am Gymnasium beging.

Eine mindestens ebenso wichtige Personalie war die von Martin Kaiser, der nach exakt 364 Tagen sein Comeback in den Reihen der Kamenz-Haselbachtaler feierte. Schon in der 4. Minute ins Rennen geworfen, begann für den Torjäger vergangener Spielzeiten (u. a. Torschützenkönig 2023/24) mit einem Fehlwurf in der 7. Spielminute die leicht übermotivierte Jagd nach dem ersten Erfolgserlebnis; es sollte in der Tat noch fünf weitere Male nicht klappen, bis er sich unnachahmlich im Mann-gegen-Mann durchsetzte und zum 16:13 traf. 28 Minuten und 16 Sekunden waren da absolviert, und es sollte sein einziger Einnetzer des Spätnachmittags bleiben. Gewiss für Kaiser etwas enttäuschend, aber mit zunehmender Matchpraxis sollte die Quote rasch nach oben schnellen. Davor hatte es bei doppelter Unterzahl der Gäste und dem daraus resultierenden 12:8 (Herrmann/22. min) nach einer Vorentscheidung ausgesehen, doch dem war nicht so.

Wenn die stark aufspielenden Schwarz-Gelben am Ende unterlagen, war dies ganz sicher auch den zahlreichen Zeitstrafen (9 plus einmal Rot) geschuldet, die in der Schlussphase für fehlende Kräfte gesorgt haben: Der Anhang aus der Pfefferkuchenstadt sah wohl nicht ganz zu Unrecht im Schiedsrichtergespann die Hauptursache für die Niederlage, zumal die Blauhemden genauso herzhaft zulangten, jedoch mit nur vier Suspendierungen vergleichsweise glimpflich davonkamen.

Die überragenden Werfer des HVH waren die beiden Konterspezialisten Lukas Rietschel und Nicolas Herrmann, deren 11 bzw. 9 Tore eminent wichtig für den Punktezweier waren. Im Fall von Herrmann noch besonders hervorhebenswert, hatte er doch am Vormittag mit der A-Jugend bei MoGoNo Leipzig gewonnen.

Es war also vor guter Kulisse allerhand geboten; die Pulsnitzer um ihre Haudegen John Eppendorfer (der früher auch mal für den HVH aktiv war) und Michael Schwenke hatten fraglos großen Anteil an einer weniger hochklassigen, dafür aber sehr spannenden Partie. Und danach gab es ja noch reichlich Geburtstagsbier …

HVH mit: Jork, Nitsche, Pollack; Rietschel (11), Herrmann (9/davon 1 Siebenmeter), Pöhland (4), Freudenberg (2), Oswald (2), Kaiser (1), D. Hübner (1), Schäfer (1/1), P. Hübner, Kunath

Text & Fotos: Old Fred