Dem Goliath getrotzt

Bereits um 7:00 Uhr in der Früh haben die C-Mädels vom HVH Kamenz am Samstag ihre Auswärtsfahrt nach Neugersdorf angetreten. Verschlafen aber angespannt und nervös könnte man die Stimmung im Bus beschreiben, ging es doch zum seit mehr als drei Jahren verlustpunktfreien Tabellenführer und das, durch das verschneite Oberland.

Die durch Krankheit und Verletzung verbliebenen nur neun Lessingstädterinnen bildeten kurz vor dem Anwurf einen Kreis und formulierten lautstark ihr Ziel, mindestens ein Punkt sollte es an diesem Tag sein!

Zahlreiche Zuschauer hatten sich tatsächlich zur unchristlich frühen Anwurfzeit um 9:00 Uhr in der Halle eingefunden, um das vermeintliche Topspiel Erster gegen Zweiter zu verfolgen. In der ersten Hälfte konnten dem beide Mannschaften aber leider spielerisch nicht gerecht werden, lediglich das Ergebnis von 9:11 für die Gäste zeigte die Spannung vor Ort. Alle Spielerinnen auf dem Feld wirkten Saft- und Kraftlos oder eben wie noch mit einem Kopfkissen im Gesicht.

Zur zweiten Spielhälfte wurden dann aber plötzlich alle munter und es entwickelte sich ein echtes Spitzenspiel zwischen zwei gleichwertigen Mannschaften. Kamenz hatte dabei etwas eher den Wecker gestellt, stand doch mit einem 12:17 plötzlich eine fünf Tore Führung auf der Anzeigetafel. Folgerichtig nahm die Trainerin der Heimmannschaft ihre zweite Auszeit und rüttelte die eigenen Spielerinnen wach. Mit Erfolg, nun waren es die Hausherrinnen, welche Tor um Tor erzielten und schließlich zum 17:17 ausgleichen konnten. Nun waren es die HVH Mädels, die ihre Auszeit in Anspruch nahmen, um sich neu zu sortieren.
Von nun an entwickelte sich ein ausgeglichenes und spannendes Spiel bis zum Schluss, wobei die Führung ständig mit einem Tor hin und her wechselte.
Das 23:24 für Kamenz konnten die Oberländerinnen Sekunden vor Schluss mit einem kraftvollen Durchbruch zum 24:24 ausgleichen und die Halle damit nun endgültig zum kochen bringen.

Mit Tränen in den Augen lagen sich die die jungen Gäste in den Armen, mit dem Bewusstsein hier großes geleistet zu haben aber eigentlich sogar noch mehr hätte mitnehmen können.

Voller Stolz haben wir unsere Heimfahrt angetreten und sind gewillt mit allem was wir haben, unseren zweiten Tabellenplatz in der nächsten Woche, um 14:30 Uhr in heimischer Halle gegen den Dritten aus Rietschen zu verteidigen.