Gegen Rot-Weiß Sagar war in der vergangenen Saison kein „gut Kirschenessen“; das Auswärtsspiel wurde relativ hoch mit 24:31 verloren und auch das Pokalhalbfinale im März war eine ganz enge Angelegenheit (25:24).
Dem Trainer-Gespann Mirko Herrmann/Alexander Miehle kam entgegen, dass die Partie der A-Junioren am gleichen Nachmittag ausgefallen war, weil Freiberg sein Team zurückgezogen hat. So gab nicht nur Sportchef Kay Tomschke die Devise aus: „Jugend voran!“
Im 14-köpfigen Kader standen dann auch logischerweise fünf Nachwuchsakteure, drei davon in der Anfangs-Sieben. Das beschwor dann schon beinahe einen Generationenkonflikt herauf, denn die Gäste aus der Muskauer Heide schickten mit Tommy Erlitz, Robyn Brandt, Sören Huth und Tobias Ladusch geballte Routine ins Rennen – Erfahrung, die sich zunächst auszahlte, denn Sagar ging 3:0 in Führung (4. min). Der Wachrüttler für die Einheimischen hieß diesmal Henning Schäfer, der zwar mit seinem Siebenmeter scheiterte (7. min), dafür aber viel Qualität in die Würfe aus dem Spiel heraus projizierte. Seinem Beispiel folgten bald auch die anderen HVH-Stützen; die erstmalige Führung bewerkstelligte Lukas Rietschel (7:6/15. min), der zuvor kein Faktor gewesen war, nun aber eine starke Phase einläutete, die zum wieder von ihm erzielten 11:6 (20. min) führte.
Damit war fast jeglicher Widerstand der Rot-Weißen gebrochen, die dem Tempo-Handball des Pokalsiegers, der ohne Pascal Freudenberg auskommen musste (hatte sich beim HVO II-Match in der Vorwoche verletzt), kaum noch etwas entgegensetzen konnten. Zum regelrechten Gespenst für die Gäste mutierte dabei Youngster Benjamin Werner, der in seinen wenigen Auftritten im Männerteam schon so viel Selbstbewusstsein getankt hat, dass er in einer Szene vom Anpfiff weg durch die RWS-Abwehr marschierte und einnetzte. Ab Dennis Oswald’s 30:18 in der 45. Minute tendierte der Punktefight mehr und mehr zum Kantersieg, welcher schließlich auch eintrat (44:28).
Die Zuschauer sahen den wohl besten HVH seit Jahren, der nun wieder auf Rang 2 logiert und nach dem Gastspiel beim OHC Bernstadt II im nächsten Heimspiel am 23. November den neuen Spitzenreiter LHV Hoyerswerda II (Cunewalde II hat überraschend in Sohland verloren) vor hoffentlich prall gefüllten Tribünen zum sportlich brisanten Derby empfängt.
HVH mit Hedermann, Nitsche, Pollack; Werner (9), Kaiser (8), Herrmann (8/davon 1 Siebenmeter), Schäfer (7), Rietschel (7), Kunath (3), D. Hübner (1), Oswald (1), Pöhland, Berndt
Text: Old Fred
