Für die Mannschaft des Trainerduos Alexander und Fanny Milde stand die richtungsweisende Heimpartie gegen den unmittelbaren Tabellennachbar aus Rietschen auf dem Programm; nur ein Sieg würde die Chancen auf die Meisterschaft wahren. Das Vorhaben gelang mittels eines 32:27 (16:14), aber es war ein knorriges Stück Arbeit. Dies auch, weil Rückraum-Ass L. Schneider eine gebrauchte erste Halbzeit erwischt hatte , in der sie kein einziges Mal traf und auch noch zweimal von der 7-Meter-Marke patzte (einmal übergetreten, einmal gehalten). Aber die HVH-Mädels wären kein so gutes Kollektiv, wenn nicht andere in die Bresche springen würden; im konkreten Fall geschah dies hauptsächlich in Person von F. Dunst, die erst von linksaußen und später vom Kreis ein ums andere Mal einnetzte. Der Blitzstart bis hin zu H. Büschlepp’s 6:2 (7. min) hätte für Beruhigung sorgen können, doch der SSV Stahl ließ sich nicht abschütteln und war bereits in der 12. Minute wieder auf Augenhöhe: 7:7 durch die hernach 10-fache Torschützin Emma Micklitza. Beim Stande von 14:13 wurden die Seiten gewechselt, und es war klar, dass auch der zweite Durchgang eine knappe Angelegenheit geworden wäre, wenn nicht kurz vor der Pause die eigentlich beste Rietschenerin, Hannah Tusche, bei einem harten Gerangel um den Ball einen dermaßen heftigen Schlag abbekommen hätte, dass sie unter vielen Tränen für den Rest der Partie ausfiel. Und weil auch Schneider nach dem Pausentee zu alter Treffsicherheit fand, konnten die Kamenz/Haselbachtalerinnen schlussendlich Tabellenplatz 2 am Ende der Hinrunde bejubeln. „Die Mädels haben sich gut entwickelt“, meinte Fanny Milde. Man glaubt es ihr aufs Wort.

Text und Foto: Old Fred