Manchmal kommt es eben doch ganz anders…
Die Vorzeichen konnten eigentlich schlechter nicht sein für dieses vermeintliche Spitzenspiel, meldete sich doch eine Kamenzer Spielerin nach der anderen im Vorfeld wegen Krankheit oder Verletzung ab. So standen dann am Sonntag in aller Früh noch sechs C-Mädels auf der Platte und dazu drei D-Mädels, welche bereits im Spiel davor gegen Sohland vierzig Minuten gelaufen sind. Weil das aber für den geneigten Zuschauer nicht Krimi genug war, verletzte sich dann auch noch unsere Torhüterin beim Warmwerfen.
Viele ratlose Blicke, ein Telefonat mit der Staffelleiterin und einem Austausch mit dem Radeberger Trainer später, entschieden sich die verbliebenen Kamenzerinnen die Sache so zu nehmen wie sie ist und das Spiel durchzuziehen, komme was wolle. Und es kam…..ganz anders als von allen in der Halle erwartet.
Direkt mit dem Anpfiff wurde den angereisten Mädels des RSV klar gemacht, dass die Punkte allen Widrigkeiten zum trotz in der Lessingstadt bleiben werden. Mit Selbstbewusstsein, Einsatzwillen und Spielfreude konnten die Gastgeberinnen Ball um Ball gewinnen und von allen Positionen im gegnerischen Kasten unterbringen.
So mancher Hallenbesucher musste sich zur Halbzeit die Augen reiben, stand da doch tatsächlich ein 15:15 auf der Anzeigetafel.
Aber wie sollte es an einem solchen geschichtsträchtigen Tag auch anders sein, zum Beispiel stand erstmals seit Bestehen des Vereins viermal der Name Milde auf dem Protokoll ;-), die zweite Hälfte hatte noch viel mehr kurioses zu bieten.
Zwanzig Minuten vor dem Ende sieht die Kamenzer Ersatztorhüterin beim Stand von 17:17 glatt rot und ab da steht gar kein Wechsler mehr zur Verfügung. Der Tabellenzweite gibt sich aber dennoch nicht auf und kann seinerseits immer wieder in Führung gehen, bis zum Stand von 28:27. Noch wenige Sekunden zu spielen und Radeberg erhält einen letzten Angriff. Anwurf, zwei Pässe, eins gegen eins, Siebenmeterpfiff und die Uhr ist abgelaufen. Die beste und sicherste Werferin der Gäste tritt an, dass Unentschieden ist quasi unvermeidbar. Doch nicht an diesem völlig verrückten Sonntag, die Hüterin schnappt sich den Wurf und sichert so den wichtigen Heimsieg.
Glauben kann das Geschehene wohl nur der, der dabei war und selbst die Anwesenden sind sich da nicht ganz sicher.
Nächste Woche Sonntag geht es nach Schleife, um dann in 14 Tagen zum nächsten Spitzenspiel nach Sohland zu reisen.
